großer Gefahrguteinsatz nach Verkehrsunfall

26.06.2019 / 8:50 Uhr

Datum: 26. Juni 2019 
Alarmzeit: 8:50 Uhr 
Dauer: 6 Stunden 40 Minuten 
Art: Hilfeleistung 
Einsatzort: BAB 5 Süd 
Einsatzleiter: stellv. Stadtbrandinspektor 
Mannschaftsstärke: 40 
Fahrzeuge: ELW 1 , GW-G , LF 16/12 , TLF 16/25 , TLF 24/50  
Weitere Kräfte: FF Butzbach , Werkfeuerwehr Infraserv  


Einsatzbericht:

Gegen 08:50 Uhr wurden unsere hauptamtlichen Kräfte auf die Autobahn A5 zwischen die Anschlussstellen Ober-Mörlen und Friedberg alarmiert. Vor Ort waren zwei LKW kollidiert, die Polizei meldete auslaufende Betriebsstoffe. Die Kameraden rückten daraufhin mit dem Tanklöschfahrzeug sowie dem Gerätewagen Gefahrgut zur Einsatzstelle aus.

Die erste Lage zeigte sich dann dramatischer: Die Kabine des hinteren LKW hatte sich durch die Kollision so stark verformt, dass der verletzte Fahrer diese nicht verlassen konnte. Mittels Brechstange wurde die Fahrzeugtür geöffnet und der Fahrer dem Rettungsdienst übergeben. Die weitere Erkundung ergab, dass besagtes Fahrzeug insgesamt 16 Fässer Primer (UN1263) geladen hatte, die durch den Aufprall verformt wurden. Dieser Stoff, der als Zusatz für Farben genutzt wird, hat einen Flammpunkt von unter 23 Grad. Bei Außentemperaturen von weit über 30 Grad ein gefährliches Problem.

Mit der neuen Lage ließ der Einsatzleiter die Autobahn komplett sperren und die freiwilligen Kräfte aus Bad Nauheim sowie die Feuerwehr Butzbach mit einem weiteren Tanklöschfahrzeug nachalarmieren. Aufgrund der heißen Temperaturen und der zu erwartenden Einsatzzeit wurde im weiteren Verlauf der Abrollbehälter Betreuung der Feuerwehr Bad Vilbel an die Einsatzstelle geordert, um die Kräfte vor Ort mit Getränken und Essen zu versorgen. Auch wurde die Werkfeuerwehr der Firma Infraserv aus dem Industriepark Höchst angefordert, um mit Fachberatern zu unterstützen und den fachgerechten Abtransport zu übernehmen. 

Die höchste Priorität hatte, die Fässer vor dem Bersten und Entzünden zu bewahren. Dazu wurden Lüfter und Wasser eingesetzt, um diese zu kühlen. Um die Bergung des Gefahrguts vorzubereiten, mussten erst alle anderen Güter von der Ladefläche des Unfallfahrzeugs geräumt werden, hierbei unterstützte ein Abschleppunternehmen mit Gabelstaplern. Eigentlich hätten diese Arbeiten unter Chemikalienschutzanzügen (CSA) verrichtet werden müssen; da die Fässer zwar verformt, aber nicht undicht geworden waren und auch aufgrund der heißen Witterung (die Gefahr der körperlichen Erschöpfung wäre sonst zu groß gewesen) entschied sich der Einsatzleiter gegen die Tätigkeit unter CSA.

Nach Stunden schweißtreibender Arbeit bei geschätzten 50 Grad auf dem Asphalt war es geschafft: Die Fässer waren auf das Fahrzeug der Fachexperten verladen. Diese wurden anschließend nochmals mit Wasser gekühlt, bevor sie dann schließlich abtransportiert wurden. Der Einsatz der Feuerwehr Bad Nauheim war damit beendet.

Presse:

Videobeitrag Maintower (26.06.2019): Chaos auf der A5

Wetterauer Zeitung (26.06.2019): A5-Unfall: Glut-Nachmittag für unzählige Autofahrer bei Friedberg – Gefahr war in Verzug

FAZ (26.06.2019): Sieben Stunden im Hitze-Stau

Galerie: