13 Personen nach „Chemieunfall“ und „Brand“ aus Schulgebäude gerettet

23.10.2017 / 22:20 Uhr / FF Bad Nauheim

23.10.2017 – Drei Stadtteile üben gemeinsam an Bad Nauheimer Gymnasium

Am Abend des 23.10.2017 fand eine gemeinsame Übung der Kernstadtwehr mit den Stadtteilfeuerwehren Nieder-Mörlen und Rödgen an der Bad Nauheimer St.-Lioba-Schule statt. Angenommene Übungslage war, dass es im Chemiesaal zu einer intensiven Dampfbildung durch eine chemische Reaktion kommt (missglücktes Experiment). Mehrere Schülerinnen und Schüler – dargestellt durch die AG Schulsanitätsdienst – können die Räumlichkeiten durch die Dampfausbreitung nicht über die vorgesehenen Fluchtwege nach draußen verlassen. Das Ganze ereignet sich nicht während des normalen Unterrichts, sondern während einer Projektwoche. Durch die Dampfbildung löst die Brandmeldeanlage aus und der akustische Alarm ertönt im gesamten Gebäude. Bei einer anderen Projektgruppe, die ihren Klassenraum bei Ertönen des Räumungsalarms verlässt, fällt im Trubel der Räumung eine Kerze um und setzt in dem im Untergeschoss gelegenen Klassenraum einen Tisch in Brand.
Die Aufgabe der Feuerwehr bestand daher darin, die „Verletzten“ aus dem Gefahrenbereich zu retten. Dies geschah durch Trupps unter Atemschutz (GAMS-Regel). Einige Schüler hatten sich auf der Dachgalerie in Sicherheit gebracht und wurden mittels Drehleiter nach unten gebracht; die Fahrt im Drehleiterkorb war ein sicherlich nicht alltägliches Erlebnis! Auch bewusstlose Personen – dargestellt durch Übungspuppen – galt es unter Atemschutz bzw. mit der Tragenhalterung der Drehleiter zu retten.

Parallel dazu lief im Untergeschoss die Menschenrettung und Brandbekämpfung durch weitere Trupps unter Atemschutz. Die Nebelmaschinen sorgten für eine Sichtweite von nur wenigen Zentimetern, was der Verrauchung bei einem echten Brand im Innenangriff sehr nahe kommt. Nachdem alle Personen aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden waren, ging ein Trupp unter CSA in den Chemiesaal vor, um die Lage genauer zu erkunden. Mit der Übermittlung der Stoffdaten und dem Aufbringen von Bindemittel war der Gefahrstoffeinsatz beendet.

Fazit: Die Schülerinnen und Schüler haben als Verletztendarsteller ihre Rollen sehr überzeugend gespielt, so dass nicht nur bei den Übungsleitern der Eindruck entstand, dass hier nicht die Mitglieder der Sanitätsdienst-AG, sondern eher die der Theater-AG aktiv waren. Neben einer Mitarbeiterin der Wetterauer Zeitung war auch ein Hörfunk-Redakteur des Radio Welle West Wetterau vor Ort. Im Laufe der Woche soll hierzu ein Beitrag gesendet werden, weitere Infos unter www.radio-wewewe.de.

Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung, dem Hausmeister und der Sanitätsdienst-AG der St.-Lioba-Schule, ohne deren Engagement die Übung an diesem Objekt und in dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre.

 

 

Text: Jens Christiansen, Marcus Müller (FF Bad Nauheim)
Bilder: Corinna Weigelt (Wetterauer Zeitung), Jens Christiansen (FF Bad Nauheim)