Start der Motorradsaison am 01.03.2015

25.02.2015 / 17:45 Uhr / FF Bad Nauheim

Am 1. März beginnt offiziell die Motorradsaison für das Jahr 2015. Mit länger werdenden Tagen und den ersten warmen Sonnenstrahlen sind auch wieder die ersten Motorradfahrer auf den Straßen zu sehen. Auch wenn in und um Bad Nauheim keine beliebten Biker-Strecken zu finden sind, will die Feuerwehr die Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme aller am Verkehr beteiligten Personen stärken.

Laut statistischem Bundesamt verunglückten im Jahr 2013 allein in Hessen 1898 Motorradfahrer, davon verloren 49 weitere bei Verkehrsunfällen ihr Leben.

Deutschlandweit verunglückten 27 336 Motorradfahrer, 568 starben sogar bei Unfällen. 29,8 % der verunglückten und 31,9 % der getöteten Motorradbenutzer kamen bei Alleinunfällen zu Schaden, das heißt, es waren keine anderen Fahrzeuge oder Fuß­gänger beteiligt. Unfallgegner von Motorradfahrern bei Zusammenstößen mit einem weiteren Verkehrsteilnehmer war zu 79,8% ein Pkw-Fahrer. Bei den 13 398 Zusammenstößen dieser Art verunglückten 1432 Pkw-Insassen und 13 997 Motorrad­benutzer. 90,7% der Unfallopfer waren also Motorradfahrer oder -mitfahrer, aber 70,6 % dieser Unfälle wurden von Pkw-Fahrern verursacht.

Autofahrer müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die leicht zu übersehenden Motorräder gewöhnen. Schon ein Schulterblick beim Spurwechsel kann helfen, Unfälle zu vermeiden. Besonders wichtig ist, dass Autofahrer vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel rechtzeitig blinken. Für Motorrad- wie auch Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben.

Typische Verletzungen bei Motorradunfällen sind Knochenbrüche, schwere Hautabschürfungen und Verletzungen an den Nerven, die zu Lähmungen führen können. Deswegen sollte jeder Motorradfahrer stets geeignete Schutzkleidung tragen. Eine normale Jeans bietet bei einem Unfall nicht mehr Schutz als die nackte Haut. Wichtig ist, dass die Schutzkleidung richtig und fest sitzt. Das Schuhwerk sollte auch die Knöchel absichern.

Wenn es trotz aller Vorsicht zu einem Motorradunfall kommt, muss ein Ersthelfer zunächst die Unfallstelle absichern. Danach sollte der Rettungsdienst alarmiert werden. Nach Möglichkeit sollten dafür weitere Helfer beauftragt werden.

Zwingend nötig ist es, dass der Ersthelfer einem bewusstlosen Motorradfahrer den Helm abnimmt. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Verletzte nicht an Erbrochenem oder seinem eigenen Blut erstickt. Der Helfer greift dazu in den geöffneten Helm, spreizt ihn seitlich und zieht ihn vorsichtig über Nase und Ohren vom Kopf ab. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte sie assistieren, indem sie Hals und Kopf waagerecht hält.

Anschließend sollte der Verunglückte in die stabile Seitenlage gebracht werden – auch wenn er bewusstlos ist oder an der Wirbelsäule verletzt sein könnte. Kommt das Unfallopfer wieder zu Bewusstsein, so kann es zunächst in der Position bleiben, sollte aber nicht alleine gelassen werden.

Die Tipps zum Start in die Motorradsaison im Überblick
Für Motorradfahrer:

  • Gewissenhafte Funktionsprüfung des Motorrads (z.B. Reifenluftdruck) zum Saisonstart
  • Nie ohne komplette Schutzkleidung auf die Straße
  • Kühlen Asphalt und dadurch verminderte Griffigkeit bei Kurvenfahrten bedenken
  • Besonders auf Fahrbahnverschmutzung und Straßenschäden achten
  • Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben

Für Autofahrer:

  • Schulterblick vor dem Spurwechsel
  • Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig Blinken
  • Lieber zweimal schauen: Motorräder sind schmal und werden oft übersehen
  • Besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten
  • Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
  • Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben

Quellen: DESTATIS (Statistisches Bundesamt), Johanniter Unfallhilfe

www.splitshire.com

 

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