Bahnunfall ’13

Die Feuerwehr Bad Nauheim stellte am Montagabend einen Unfall mit einem PKW und einem Zug auf den Bahngleisen hinter der Waldorfschule dar.

Es zischt, es qualmt, dazu kommt Dunkelheit und unwegsames Gelände: Ein PKW steht auf den Bahngleisen, von einem Zug gerammt. Zwei Personen sind eingeklemmt, dazu kommt eine vermisste Person in den Waggons und ein unter Schock stehender Lokführer. Solch ein Szenario ist selten, aber durchaus schon vorgekommen.

Innerhalb von Minuten ist die Feuerwehr mit einem Großaufgebot vor Ort, fünf Fahrzeuge mit mehr als 30 Feuerwehrleuten eilen mit Blaulicht und Martinshorn zum Unfallort. Einsatzleiter Marc Henn führt eine Erkundung der Lage durch und weist die Fahrzeuge ein. Das Löschfahrzeug mit dem großen hydraulischen Rettungsgerät nach ganz vorne, die restlichen Fahrzeuge wegen Platzmangel weiter hinten. Es werden Befehle verteilt, Lichtmasten aufgebaut, Generatoren gestartet. Der Angriffstrupp rückt mit Schere und Spreizer an den verunfallten PKW vor und beginnt, die erste von zwei Personen zu befreien. Kurze Zeit später wird über Funk gemeldet: „Erste Person befreit und an den Rettungsdienst übergeben.“

Während die Befreiung der Personen aus dem PKW läuft, sucht ein anderer Trupp mit Atemschutzgeräten die Waggons des Zuges ab. Durch den Aufprall brach ein Feuer aus, ein Fahrgast wird vermisst. Im zweiten Waggon werden sie fündig. Sie bringen die bewusstlose Person an die frische Luft, danach kann das Feuer gelöscht und der Waggon mit großen Lüftern belüftet und somit rauchfrei gemacht werden.

Unter den Augen von Wehrführer Kay Wilde und Gruppenführer Marcus Müller, die die Übung ausgearbeitet haben, wird auch die zweite eingeklemmte Person aus dem Fahrzeug befreit. Sie sind zufrieden: „Die Personen wurden schnell befreit, der Ablauf ging reibungslos. Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern, aber deswegen üben wir ja“. Auch Einsatzleiter Marc Henn kann sich nicht beklagen. Es sei gut zu wissen, dass man sich auf die Mannschaft verlassen kann und viele Aufgaben selbstständig gelöst werden. So könne sich jeder auf das wesentliche konzentrieren.

Nach einer kurzen Besprechungsrunde folgt dann noch der unangenehmere Teil: Aufräumen. Aber auch das ist schnell erledigt, jeder packt mit an. Der Zug fährt wieder ab, die Fahrzeuge werden besetzt, es geht zurück auf den Stützpunkt. Dauer der Übung: Eineinhalb Stunden.

Ein Dank geht an die Eisenbahnfreunde Wetterau für die Bereitstellung des Zuges sowie die Hilfe bei den Vorbereitungen.

Text: Max Reichardt (FF Bad Nauheim)

Bilder: Max Reichardt (FF Bad Nauheim), Kay Wilde (Wehrführer FF Bad Nauheim)