Gefahrgutübung mit erschwerten Bedingungen

04.05.2016 / 13:35 Uhr / FF Bad Nauheim

03.05.2016 – Am Montagabend stand für die Feuerwehr Bad Nauheim einschließlich des Stadtteils Rödgen eine Gefahrgutübung an.

Als Übungsszenario wurden Undichtigkeiten an den Flanschen eines Gefahrgut-Tankwagens infolge eines Verkehrsunfalls angenommen (dargestellt durch den Gefahrgut-Übungscontainer des Wetteraukreises). Um die Enge eines vollgestellten Raststättenparkplatzes mit entsprechend erschwerten Übungsbedingungen nachzustellen, wurde der „Tankwagen“ dicht neben einem Lagercontainer auf dem rückwärtigen Hof des Feuerwehrstützpunktes abgestellt, auf der anderen Seite war der AB-AS, der einen dicht geparkten LKW darstellen sollte, abgestellt. Als auslaufender Stoff wurde konzentrierte Schwefelsäure angenommen. Auch eine Nebelmaschine kam zum Einsatz, um die Dämpfe, die bei der Reaktion von Schwefelsäure mit anderen Materialien entstehen, darzustellen.

Als ersteintreffendes Fahrzeug hatte die Besatzung des TSF-W der Stadtteilwehr Rödgen den Auftrag, gemäß GAMS-Regel zunächst den bewusstlosen Fahrer zu retten und die Lage zu erkunden. Als Erstmaßnahme wurde nach der Menschenrettung eine Schuttmulde zum provisorischen Auffangen unter die Leckage gestellt. Parallel wurde durch die Rödger Kräfte die Absperrgrenze festgelegt und markiert sowie ein Löschangriff und Notdekon aufgebaut. Die nachrückenden Kräfte der Kernstadtwehr mit ELW 1, LF 16, TLF 16/25 und GW-G 2, hatten die Aufgabe, die Abdicht- und Auffangmaßnahmen durchzuführen.

Die ELW-Besatzung führte mittels Hommel die Stoffrecherche durch, parallel rüsteten sich insgesamt sechs CSA-Träger aus. Der erste CSA-Trupp konnte den ersten undichten Flansch durch Nachziehen der Schrauben fast komplett abdichten, eine Auffangwanne war jedoch weiterhin erforderlich. Mit Abdichten des ersten Flansches drückte der Tankinhalt anschließend aus einem zweiten Flansch, der von einem weiteren CSA-Trupp erfolgreich abgedichtet werden konnte. Als besondere Schwierigkeit fehlten einige Schrauben am Flansch und es befanden sich Fremdkörper im Bereich der Dichtscheibe, die die Abdichtarbeiten zusätzlich erschwerten. Mit Einbrechen der Abenddämmerung wurden Lichtmasten aufgebaut, da der zweite Trupp unter CSA schon weitgehend ohne Tageslicht arbeiten musste. Auch die zweite Leckage konnte provisorisch abgedichtet werden. Mit der Grobreinigung der CSA-Träger am Dekon-Platz und dem Ablegen der CSA war die Übung beendet.

Die komplette Bildergallerie finden Sie hier.

Text: Jens Christiansen / Marco Schmidt

Bilder: Marco Schmitdt